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BMW bringt Touris nach Spandau

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155.231 Motorräder liefen im Spandauer BMW-Werk, Am Juliusturm 14–38, im Jahr 2017 vom Band. Fotos Uhde

Augenscheinlich hat Spandau mit der Beauftragung der Agentur „Gröschel Branding“ für das Projekt „Spandau Tourismus“ und Jana Friedrich als erster Tourismus-Beauftragten eines Berliner Bezirks den absolut richtigen Zeitpunkt zum Handeln gewählt. Setzt doch nach Aussagen von Gerhard Buchholz, Mitarbeiter der Abteilung Partner Relations bei „visitBerlin“, Berlins Organisation für Tourismus- und Kongressmarketing, das Berliner Tourismus-Konzept „2018 plus“ vermehrt auf stadtverträglichen und nachhaltigen Tourismus, bei dem den Bezirken zunehmende Beachtung geschenkt wird. „Aufgabe ist es, den Berlin-Tourismus zunehmend differenziert zu betrachten und dabei die Besonderheiten und Erfordernisse der Bezirke herauszuarbeiten“. Und genau auf diesen Weg hat sich Spandau längst gemacht.


„Auf dem Gebiet des Tourismus hat unser Bezirk so einiges zu bieten“, zeigt sich denn auch Gerhard Hanke (CDU), als Stadtrat für Wirtschaftsförderung für den Tourismus verantwortlich, überzeugt. Aktuelles Beispiel sei die erfreuliche Tatsache, dass man die Berliner Reisemesse jetzt nach Spandau geholt habe und sie auf der Zitadelle präsentiere. Dazu zähle aber auch die Tatsache, dass Spandau als Industriestandort sowohl historisch als auch aktuell über touristische Highlights verfüge. Wohl auch weil sich rund 50 Besucher zum „3. Runden Tisch Tourismus“ Ende März im BMW-Motorradwerk, Am Juliusturm 14–38, trafen, hob Hanke die Bedeutung dieser Weltfirma für die Havelstadt hervor. Und die hat auch für den Spandau-Tourismus eine nicht zu unterschätzende Bedeutung. „Jährlich besichtigen rund 20.000 Besucher, die im vergangenen Jahr an 863 Führungen teilnahmen, unser Spandauer Werk“, sagt Romy Ertl, Pressesprecherin des BMW-Werks Berlin, das seit 1939 in der einstigen Königlichen Pulverfabrik in Haselhorst seine Motorräder produziert. Und die Besucherzahl will BMW künftig noch erheblich ausbauen. „Wir planen ein neues Besucherzentrum am Spandauer Standort, um Industrie noch besser erlebbar zu machen“, sagt Frau Ertl. Zudem sei vorgesehen, dass künftig Käufer ihre Maschinen direkt im Spandauer Werk abholen können. Und das dürfte der Havelstadt sicher etliche zusätzliche Besucher bringen, die potentiell natürlich auch als Touristen nach Spandau kommen. Hat doch BMW 2017 in Spandau von insgesamt 185.231 Motorrädern allein in Haselhorst 155.231 produziert. Der Rest entfällt auf kleine Werke in Thailand, Indien und Brasilien, die jedoch nur für den lokalen Markt produzieren.

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Das BMW-Motorradwerk Berlin ist seit 1939 in der einstigen Königlichen Pulverfabrik in Haselhorst beheimatet. Foto: Uhde


Aber auch die Wirtschaftsförderung unter Leiter Patrick Sellerie und die Agentur „Gröschel Branding“ waren in der Zeit seit Beginn des Projekts „Spandau Tourismus“ im Sommer 2017 nicht untätig. „Wir haben inzwischen weit mehr als 150 touristische Highlights in Spandau untersucht, gesichtet und auf einer Karte verzeichnet“, sagt Projekt-Leiter Lothar Gröschel. Dabei hätten sich jetzt sechs Leitthema für die touristische Vermarktung der Havelstadt herausgeschält: Die Einheit Altstadt und Zitadelle, Nah am Wasser („Echte Spandauer können eher schwimmen als laufen“), Geteilte Stadt, on bike, Grüner als Berlin und Industriekultur. Derzeit hat sich die Agentur unter dem Motto „Spandau on tour…“ an die Erarbeitung von Tourenvorschlägen, die Touristen aber auch Havelstädtern Vorschläge für eine Tour machen, die unter dem Motto eines dieser Leitthemen steht. So stellte Gröschel einen Tourenvorschlag vor, der unter dem Motto „Spandau Ost-West“ von Kladow bis in die Altstadt historisch interessante Punkte der überwundenen Teilung berührt. Und da das Projekt „Spandau Tourismus“ unter der Beteiligung vieler am Thema interessierter Havelstädter entwickelt werden soll, legten beim „3. Runden Tisch Tourismus“ weitere in Gruppenarbeit entstandene Tourenvorschläge vor. ud

 

 

 

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