Spandau, News

20 Jahre Geburten in Havelhöhe

Mehr als 20.000 Kinder eblickten in der Klinik Havelhöhe das Licht der Welt

Baby Benjamin und Eltern 1998

Benjamin Poppe mit seinen Eltern Stephanie Chasles und Thomas Poppe am 26. Januar 1998 einen Tag nach seiner Geburt in der Klinik Havelhöhe. Foto: Uhde

Sonntagskind Benjamin „eröffnete“ am 25. Januar 1998 die Geburtshilfe-Station des anthroposophischen Gemeinschaftskrankenhauses Havelhöhe am Kladower Damm 221. Gegen 9 Uhr erblickte Benjamin Poppe als Sohn von Stephanie Chasles und Thomas Poppe im Spandauer Süden als erstes Baby auf der neu eröffneten Station das Licht der Welt. Seitdem wurden in Havelhöhe in den vergangenen 20 Jahren mehr als 20.000 Kinder geboren. Dabei entwickelten sich die jährlichen Geburtenzahlen kontinuierlich nach oben. 1998 waren es noch 390 Geburten, 2006 bereits mehr als 1000 und im vergangenen Jahr stieg die Zahl der Geburten sogar auf 1325.


„Man hat gar nicht das Gefühl im Krankenhaus zu sein, sondern fühlt sich geborgen und sicher, die Geburt ohne Komplikationen ganz allein und ohne technische oder medizinische Eingriffe zu schaffen“, sagt Annika Küper. Damit nennt die Kladowerin, die zwei ihrer drei Kinder in Havelhöhe entbunden hat, wohl einen der Hauptgründe für die steigende Beliebtheit der Klinik bei Schwangeren. „Die wunderbare Geburtshilfe in Havelhöhe wäre für mich ein Grund, noch ein Kind zu bekommen“, ergänzt Frau Küper, deren Tochter Mira am 24. November 2107 in Havelhöhe auf die Welt kam. Ihr Bruder Jakob wurde ebenfalls in Havelhöhe geboren, der große Bruder Noah im Martin-Luther-Krankenhaus.
Insgesamt ist die Zufriedenheit mit der Versorgung in der Geburtshilfe Havelhöhe hoch. Laut Patientenbefragung der Techniker Krankenkasse in den Jahren 2015/2016 hat die Geburtshilfe Havelhöhe mit 92,7 Prozent die höchste Bewertung aller Berliner Geburtskliniken. Diese Zufriedenheit hat ihre Gründe. Havelhöhe verbindet die familiäre Atmosphäre eines Geburtshauses mit Medizin und Technik eines Akutkrankenhauses. Das Geburtsteam besteht aus Kinderkrankenschwestern und Krankenschwestern, Stillberaterinnen, Hebammen, Ärztinnen und Ärzten der Fachrichtungen Gynäkologie/ Geburtshilfe und Pädiatrie. Wenn die Kapazität der Station es zulässt, können auf Wunsch Familienzimmer eingerichtet werden, so dass die frisch gebackene Familie auch über Nacht zusammenbleiben kann. „Bei einer Geburt geht es nicht nur um eine Entbindung, sondern um die Geburt einer Familie“, sagt Dagmar Kölbel, Oberärztin in der Geburtshilfe. Bindung, Entwicklung und Stillen (BESt) sind die zentralen Themen, die dem Geburtsteam in Havelhöhe am Herzen liegen. In einem separaten Stillzimmer gibt es eine Rückzugsmöglichkeit für die stillende Mutter und ihr Baby. Die Geburtsstation im Gemeinschaftskrankenhaus orientiert sich an den Richtlinien der WHO und der UNICEF und ist seit April 2005 eine zertifizierte „Babyfreundliche Geburtsklinik“.

Benjamin Poppe 2018

Seinen 20. Geburtstag feiert Benjamin Poppe jetzt in Australien. Foto: privat


„Baby“ Benjamin hat inzwischen die Welt erobert. Derzeit hält er sich in Australien auf und feiert seinen 20. Geburtstag in Down Under. Als „geborener Kladower“ darf sich Benjamin allerdings nicht bezeichnen. Dieses Privileg genießen die in Havelhöhe auf die Welt gekommenen Kinder erst seit der Neustrukturierung der Ortsteile Spandaus im Jahr 2003. Erst damals wurde die Grenze des Ortsteils Kladow auf dem Kladower Damm von der Einmündung der Neukladower Allee weiter nördlich zur Einmündung des Breitehornwegs verschoben. Seitdem liegt die Klinik Havelhöhe im Ortsteil Kladow. Als „Eingeborene“ in Kladow auf die Welt kamen zuvor die meisten Kinder bis Mitte des vergangenen Jahrhunderts. Damals waren im Spandauer Süden noch Hausgeburten an der Tagesordnung. Bei den meisten davon eilte Schwester Ilse, die in der Arbeitersiedlung am Ritterfelddamm wohnte, auf ihrem Fahrrad zu Hilfe. ud

Schwester Ilse

Schwester Ilse, hier auf ihrem Fahrrad am Schwabinger Weg, verhalf Mitte des vergangenen Jahrhunderts in Kladow zahlreichen Kindern bei Hausgeburten auf die Welt. Foto: Archiv Uhde

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