Spandau, News

Allee-Vollsperrung verhindern

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Schwieriger Ausbau der Niederneuendorfer Allee

Wegen des schlechten Straßenzustands sperrte das Bezirksamt als Baulastträger die Niederneuendorfer Allee bereits Anfang 2013 für den Schwerlastverkehr. Seitdem hat sich Spandau bemüht, dass der Senat den Neubau der Verbindung zwischen Spandau und dem nördlichen Umland in die Investitionsplanungen aufnimmt. Im Januar 2017 beauftragte dann die für Hauptverkehrsstraßen mit vorwiegend überbezirklicher Funktion zuständige Senatsverwaltung für Verkehr das Ingenieurbüro „LK Argus GmbH“ mit der Erstellung von Planungsvorgaben für den dringend notwendigen Neubau der Niederneuendorfer Allee.

Das Ergebnis stellte das Tiefbauamt im Verkehrs-Ausschuss am 16. Januar vor. Diesen wichtigen Schritt für eine Erneuerung der Niederneuendorfer Allee begrüßte Ausschussvorsitzender Jochen Liedtke (SPD) angesichts des maroden Zustands der Straße, für die er „ansonsten die baldige Vollsperrung für den gesamten Kraftfahrzeugverkehr“ befürchtete.
Doch so schnell wird es wohl nicht gehen. Die erste halbe Million Euro für die Baumaßnahme, die bis 2025 knapp neun Millionen Euro kosten soll, ist frühestens für 2021 im Haushalt vorgesehen. Denn bis begonnen werden kann, muss zunächst ein aufwendiges Verfahren durchlaufen werden. Dazu wird sicher auch ein Planfeststellungs-Verfahren einschließlich Umweltverträglichkeits-Prüfung gehören. Grund dafür ist der Verlauf der Niederneuendorfer Allee durch den Spandauer Forst. Denn der steht als Flora-Fauna-Habitat (FFH) unter Schutz, gehört zu den 15 Berliner Natura-2000-Gebieten. Und für die gibt es nach dem Berliner Naturschutz-Gesetz ein Verschlechterungsverbot. Sollte es ganz hart kommen, müsste als Ersatz für den Eingriff durch den Straßenneubau außerhalb des Spandauer Forsts ein zusätzlichen FFH-Gebiet ausgewiesen werden. Und all das nimmt Zeit in Anspruch.

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Auf 2,4 Kilometer Länge soll die Niederneuendorfer Allee in Spandau ausgebaut werden. Grafik: „LK Argus GmbH“


Wird dann die Niederneuendorfer Allee neu gebaut, soll dies in einer eher minimalistischen Form geschehen, die sicher nicht dem Wunsch aller Verkehrsteilnehmer entsprechen wird. So wird es auf nahezu den gesamten 2,4 Kilometern des Spandauer Teils der Allee nur einen gemeinsamen Rad- und Gehweg geben, der im Norden zwischen der Zufahrt zum Umspannwerk und der Landesgrenze zu Brandenburg sogar nur einseitig gebaut werden soll. Parkmöglichkeiten wird es nur auf den südlichen 260 Metern der Niederneuendorfer Allee zwischen Eschenweg und Bertricher Weg und das auch nur auf einer Straßenseite geben. ud

 

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