Spandau, News

Straßenbau in Spandaus Süden

Drei Magistralen sollen erneuert werden

Kontinuierlich steigt die Einwohnerzahl im Süden Spandaus. Mit Stand Ende Juni 2016 hatten Kladow 15.729 und Gatow 4.298 Einwohner. Hinzu kommen tausende Pendler, die vom südlich angrenzenden Brandenburg werktags in die Berliner City streben. Dem damit verbundenen Ansturm des Straßenverkehrs sind die beiden einzigen Straßenzüge, die Spandaus Süden mit dem Stadtgebiet verbinden, längst nicht mehr gewachsen. Zudem befinden sich im Gegensatz zur Potsdamer Chaussee die Magistralen Kladower Damm, Gatower Straße und Ritterfelddamm in teils erbärmlichen Zustand. Prognosen der durchschnittlichen Verkehrsdichte an Werktagen erwarten bis 2030 für den Kladower Damm bis zu 17.100, für die Gatower Straße bis zu 24.600 und für den Ritterfelddamm bis zu 14.800 Fahrzeuge.


Offenbar hat dies derweil auch die Senatsverwaltung für Umwelt, Verkehr und Klimaschutz erkannt. Zuständig für Hauptverkehrsstraßen mit vorwiegend überbezirklicher Funktion hat sie im Januar 2017 das Ingenieurbüro „LK Argus GmbH“ mit der Erstellung von Planungsvorgaben für die drei Südspandauer Magistralen beauftragt. Die Baumaßnahmen sind jetzt in das Investitionsprogramm des Landes Berlin aufgenommen worden. Da jedoch an keiner der Straßen die Arbeiten vor 2020 starten werden, ist dafür noch kein Geld in den Haushalt eingestellt. Immerhin gibt es derzeit Prognosen zu den möglichen Kosten und zum Datum der frühesten Fertigstellung: Kladower Damm: 16,2 Millionen Euro bis 2027; Gatower Straße: 15,4 Millionen Euro bis 2026; Ritterfelddamm 6 Millionen Euro bis 2025.
Mögliche Ausbauvarianten des Ingenieurbüros „LK Argus“ für die drei Hauptstraßen im Spandauer Süden stellte das Tiefbauamt im Verkehrs-Ausschuss am 16. Januar vor. „Da kommt verkehrstechnisch einiges auf uns zu, aber wir können mit diesen Plänen vieles im Spandauer Süden anpacken“, kommentierte Baustadtrat Frank Bewig (CDU) die anstehenden Baumaßnahmen. Und die werden in der Tat diverse Änderungen des gewohnten Straßenbilds bringen.

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Diese drei wichtigen Magistralen im Spandauer Süden sollen in den kommenden Jahren grundlegend erneuert werden. Grafik: „LK Argus“

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Bis 2030 erwartet das Ingenieurbüro „LK Argus GmbH“ weitere Steigerungen der werktäglichen Verkehrsdichte auf den Hauptstraßen im Spandauer Süden. Grafik: „LK Argus“

Für den Kladower Damm sind zwischen Runebergweg und Neukladower Allee einseitiges Parken und beidseitig Radfahr-Streifen vorgesehen. Von der Neukladower Allee bis zum Breitehornweg soll es keine Parkplätze und beidseits Radwege geben. Auf den folgenden 820 Metern bis zum Hellebergeweg sieht die Planung einseitiges Parken sowie Radwege oder Radfahr-Streifen vor. Bis zum Separationsgraben wird es dann keine Parkplätze aber beidseitige Radwege geben. Die restlichen 550 Meter bis zum Groß-Glienicker Weg stellen sich die Planer mit einseitigem Parken sowie Radwegen oder Radfahr-Streifen vor. Die gesamte Straße soll zweispurig bleiben. Beim Neubau des Kladower Damms könnte es zudem zu einem teuren Kuriosum kommen. Die fast fertiggestellten Parkbuchten auf der östlichen Straßenseite zwischen Havelmaten und Groß-Glienicker Weg könnten wieder verschwinden. „Die waren schon vorher geplant und haben mit den neuen Plänen gar nichts zu tun“, sagte Tiefbauamts-Leiter Michael Spiza auf Nachfrage der SPD-Verordneten Burgunde Grosse. Und Bewig ergänzte: „Wir konnten nicht wissen, wann der Senat seine Planungen fertig haben wird, und mussten daher handeln, weil die Parkbuchten zu den Planungen des Havelradwegs in diesem Bereich gehörten.“ Es könnte also einiges erneut verändert werden.
Für den Verlauf von Gatower Straße und Alt-Gatow gibt es folgende Vorstellungen: Plievierstraße bis Emil-Basdeck-Straße kein Parken und beidseitig Radfahr-Streifen; Emil-Basdeck-Straße bis Gatower Straße 234 einseitiges Parken Radfahr-Streifen auf beiden Straßenseiten; bis zur Hausnummer 199 dann beidseits Radfahr-Streifen ohne jegliches Angebot an Parkplätzen; bis Straße Zur Haveldüne geht es dann weiter mit einseitigem Parken und Radfahr-Streifen auf beiden Seiten; die beidseitigen Radfahr-Streifen führen weiter bis zur Heerstraße, bis zum Weinmeisterhornweg ohne und danach bis Heerstraße mit Parkplätzen auf einer Straßenseite.

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So könnte künftig der Straßenraum der Gatower Straße zwischen Weinmeisterhornweg und Heerstraße aufgeteilt sein. Grafik: „LK Argus“


Der Ritterfelddamm soll zwischen Potsdamer Chaussee und Selbitzer Straße erneuert werden. Hier soll es zwischen Potsdamer Chaussee und Gutsstraße keine Parkplätze und auf beiden Seiten einen gemeinsamen Rad- und Fußweg geben. Von der Gutsstraße bis zum Ritterfelddamm 152 sind einseitiges Parken und Radfahr-Streifen beidseits vorgesehen. Bis zur Selbitzer Straße soll es auf 320 Meter dann keinerlei Parkplätze und beidseits Radfahr-Streifen geben.
Wie unterschiedlich die Planungen zum Vorteil der verschiedenen Verkehrsteilnehmer gesehen werden, offenbarte die Diskussion zur Radwegeplanung. Während der Ausschuss-Vorsitzende Jochen Liedtke (SPD) bemängelte, dass „nach dem vom Senat geplanten Mobilitätsgesetz gemeinsame Geh- und Radwege, wie sie am Ritterfelddamm geplant sind, doch gar nicht mehr zulässig sind“, warnte Bewig davor, dass „sonst ein noch größerer Eingriff ins Grün notwendig ist, obwohl dort lediglich geringer Rad- und Fußverkehr zu verzeichnen ist“. Spiza kommentierte möglich Auswirkungen des Mobilitätsgesetzes noch drastischer: „Ich sehe die Gefahr, dass für Radfahrer die Straßen von Bäumen befreit werden müssen.“ ud

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