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Kündigungen am „Weiten Blick“

GatowBau

Nach den Vorstellungen der Planer könnten auf dem Windmühlenberg 100 Wohnungen in einem Ensemble von 17 bis 20 Hausgruppen in halboffener Bauweise entstehen. Entwurf: Büro „Architekt Diplom Ingenieur Bernd Orlob & Partner“

 

Pächter in Gatow befürchten Verteibung

Offenbar sitzt in Gatow der Schock über eine von der FDP ins Gespräch gebrachte Bebauungs-Möglichkeit des Wochenendhaus-Areals „Weiter Blick“ am südwestlichen Hang des Windmühlenbergs vielen Bewohnern tief in den Knochen. Ausgelöst wurde die Unruhe durch einen Antrag der FDP-Fraktion Mitte dieses Jahres im Ausschuss für Hochbau und Liegenschaften. Dort erkundigten sich die Freidemokraten nach dem Bebauungsplan-Entwurf aus dem Jahr 1997 für eine mögliche Nutzung des Areals als Wohnungsbau-Standort.

Der Bebauungsplan wurde allerdings nicht weiterverfolgt und ruht seit vielen Jahren in den Schubladen der Bauverwaltung. „Angesichts dringend benötigten Wohnraums und besonders sozialverträglicher Wohnungen nach dem Berliner Modell sind die jahrelangen Verzögerungen nicht nachvollziehbar und müssen nun umgehend beendet werden“, begründete FDP-Fraktionsvorsitzender Matthias Unger den Antrag seiner Fraktion.
Gerüchte um einen baldigen Baubeginn veranlassten nun die CDU-Fraktion, in der Bezirksverordneten-Versammlung am 27. September eine Dringlichkeitsanfrage zu stellen. Vom zuständigen Stadtrat für Facility Management, Andreas Otti (AfD), wollten sie angesichts gegenüber einigen Mietern von Grundstücken auf dem bezirkseigenen Wochenendhaus-Areal ausgesprochenen Kündigungen erfahren, ob es „keinen Sozialplan für den Weiten Blick“ gebe.
Die Anzahl der vom Bezirk ausgesprochener Kündigungen auf dem Areal am Windmühlenberg bezifferte Otti mit drei. Diesen drei Mietern sei fristgerecht wegen Verstößen gegen die Mietverträge gekündigt worden. Die Kündigungen stünden in keinem inhaltlichen Zusammenhang mit einer eventuellen Bebauung. Die CDU interessierte zudem die Frage, ob „im Rahmen dieser Kündigung ein Sozialplan festgelegt werden kann und wird, wie er im Rahmen der Festsetzung eines Bebauungsplans möglich wäre“. Eher ausweichend die Antwort Ottis: „Nein, den Mietern wurden wegen Verstößen gegen die Mietverträge gekündigt.“ Auch die Mutmaßung der Christdemokraten, dass es „für einen potentiellen Investor attraktiver ist, wenn die Grundstücke durch das Bezirksamt vorab gekündigt und geräumt werden“, wollte der Stadtrat nicht abschließend beurteilen.
Sicher ist, dass eine mögliche Bebauung des Areals auf dem etwa 400 x 90 Meter großen Grundstück am Naturschutzgebiet Windmühlenberg noch geraume Zeit in Anspruch nehmen wird. Entscheidungen über das weitere Vorgehen und die mögliche Aufstellung eines Bebauungsplans müsste der Ausschuss für Stadtentwicklung treffen. Dieser könnte dann der Bezirksverordneten-Versammlung vorschlagen, einen Bebauungsplan für das Gatower Areal zu verabschieden. Planungen für das Areal legte bereits das Gatower Büro „Architekt Diplom Ingenieur Bernd Orlob & Partner“ vor. Möglicher Investor des Bauprojekts „Neue Wohnhöfe Gatow“ ist die „Baucon Projektmanagement GmbH“ aus Köln. Das Bauprojekt „Neue Wohnhöfe Gatow“ sieht auf den Grundstücken des jetzigen Wochenendhaus-Areals 100 Wohnungen in einem Ensemble von 17 bis 20 Hausgruppen in halboffener Bauweise vor. ud

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