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Alte Feuerwache wird abgerissen

Gebäude ist nicht denkmalgeschützt

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Jürgen Frohberg nutzte die „Alte Feuerwache“ an der Sakrower Landstraße 5-7 bis Ende Januar 2012 als Geschäftsräume. Von 1905 bis 1988 residierte hier die Freiwillige Feuerwehr Kladow. Foto: Uhde

Für ein Gebäude, das seit 1905 das Kladower Ortsbild prägt, sind die Tage gezählt. Im kommenden Jahr wird die einstige Feuerwache der Freiwilligen Feuerwehr Kladow an der Sakrower Landstraße 5-7, die seit dem 1. März 1988 in ihrer neuen Wache am Kladower Damm 367 untergebracht ist, abgerissen.

„Grundstück und Haus, das nicht unter Denkmalschutz steht, wurden nach Beschluss des Portfolioausschusses von der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM) im 2. Quartal dieses Jahres veräußert“, bestätigt Eva Henkel, Sprecherin der Senatsverwaltung für Finanzen Berlin. Ein kleiner Teil des Grundstücks zwischen dem Haus und der Sakrower Landstraße bleibt allerdings im Besitz des Landes Berlin. So wird auch künftig der Zugang zum benachbarten Friedhof der evangelischen Dorfkirchen-Gemeinde Kladow gesichert. Auf diesem Grundstücksteil stand einst ein mächtiger Baum. Der wurde Opfer eines Sturms, der am 10. Juli 2007 über Kladow zog. Der Sturm ging in die Annalen ein, da damals durch die orkanartigen Böen auch in einem Zeltlager auf der Insel Schwanenwerder zwei Kinder getötet wurden. Auf dem Grundstück Sakrower Landstraße 3-7 soll nun ein Wohn- und Geschäftshaus errichtet werden.
Die „Alte Wache" der am 1. Juli 1904 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Kladow an der Sakrower Landstraße 5-7 hatte 1905 das einstige Spritzenhaus auf dem Dorfplatz Alt-Kladow ersetzt. Da es in der Wache mit den Jahren zu eng wurde, trat 1964 die Freiwillige Feuerwehr Kladow an den Großvater des jetzigen Eigentümers des Grundstücks Sakrower Landstraße 3, Dr. Norbert Chmielewski, heran, um einen Teil von dessen Grundstück mieten zu können. Nach seiner Zustimmung errichtete die Freiwillige Feuerwehr Kladow auf der Grenze zu diesem Grundstücksteil in Eigenleistung einen Aufenthalts- und Schulungsraum und zahlte für diesen Grundstücksteil fortan Miete an den Eigentümer. 1974 bis 1975 wurde die Wache dann nachmals umgebaut. Am 8. September 1979 feierte die Kladower Feuerwehr hier ihr 75. Jubiläum. Das Einladungsplakat malte der damals in Kladow lebende Künstler Kurt Mühlenhaupt (1921-2006).

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Am 8. September 1979 feierte die Kladower Feuerwehr in der „Alten Wache“ ihr 75. Jubiläum. Das Einladungsplakat malte der damals in Kladow lebende Künstler Kurt Mühlenhaupt (1921-2006). Fotos: Uhde


Nachdem die neue Wache 1988 bezogen war, mietete Jürgen Frohberg (1949-2017) von der Mutter des jetzigen Eigentümers des Nachbargrundstücks und dem Bezirk, der damals das Eigentum verwaltete, die „Alte Wache“. Nach Umbau der einstigen Fahrzeughalle betrieb Frohberg dort bis Ende Januar 2012 sein Geschäft für Haushalts- und Eisenwaren. Danach zog das Garten Center Cladow in das Haus. Dessen Mietvertrag läuft nun zum Ende 2017 aus. „Bereits 2013 habe ich angefragt, ob ich das Grundstück, auf dem das Spritzenhaus steht, kaufen könnte“, sagt Chmielewski. Das Bezirksamt als damaliger Eigentümer sei dazu bereit gewesen. Dann sei der gesamte Immobilienbesitz Berlins jedoch an die BIM übergeben worden. Die habe ihm das Grundstück dann erst 2017 zum Kauf angeboten. Da das einstige Spritzenhaus, das mit dem ursprünglichen Feuerwehrgebäude nach den Umbauten zum Ladengeschäft keine Ähnlichkeit mehr habe, baufällig sei, wolle er es jetzt abreißen. Zudem präsentiere sich der Bereich Sakrower Landstraße 5 in einem insgesamt ungepflegten Zustand. Dies falle besonders auf, nachdem die Parkplatzsituation bis zur Sakrower Landstraße 3 durch die öffentliche Hand in einen gepflegteren Zustand versetzt worden sei.
Chmielewski will nun das ehemalige Spritzenhaus abreißen, die Grundstücke Sakrower Landstraße 3 und 5 vereinigen und dort ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Im Erdgeschoß sollen ein bis zwei Geschäfte, in der ersten Etage Praxis- oder Verwaltungsbereiche und im Dachgeschoß eine barrierefreie Wohnung entstehen. Nach Auskunft des Bezirksamts gibt es dafür auch bereits eine Bauvoranfrage. „Ich hoffe, damit den Dorfkern schöner und attraktiver zu gestalten“, sagt der Eigentümer. ud

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