Spandau, News

Bundespolizei verstärkt Präsenz

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Die meisten Gebäude der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne wurden 1914-1918 mit den charakteristischen roten Klinkerfassaden erbaut. Foto: Uhde

Im Juli feierte die „PRISOD Wohnheimbetriebs GmbH“ mit rund 1100 Flüchtlingen und zahlreichen Besuchern in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne das 2. Interkulturelle Sommer- und Gartenfest. „Als unsere Firma die Einladungen verschickte, war eine wichtige Änderung für die Unterkunft der Flüchtlinge an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße 30 allerdings noch nicht bekannt“, sagte PRISOD-Sprecherin Sarah Neumeyer. Erst kurz danach seien Planungen des Bundes für die Bundespolizei auf dem Gelände der einstigen Briten-Kaserne bekannt geworden. Der möchte das Areal als Standort einer Berlindirektion für Spezialeinheiten der Bundespolizei nutzen. Ergebnisse der Untersuchung zur möglichen Umsetzung der Pläne sollen Mitte kommenden Jahres vorliegen.


Dem fröhlichen Treiben des Festes stand diese Neuigkeit aber ebenso wenig im Weg wie der Eröffnung des neuen Interkulturellen Gemeinschaftsgartens. Der wurde am Festtag von Mitarbeiterinnen der Kreuzberger Prinzessinnengärten eingerichtet. Künftig soll dieser Garten den Flüchtlingen und der Nachbarschaft für Aktivitäten und zum Verweilen offenstehen. So werden künftig alle gemeinsam dort mittwochs nachmittags gemeinsam gärtnern können. Und als hätten die „Prinzessinnengärtnerinnen“ die Zukunft des Geländes vorausgeahnt, legten sie die Beete des Gartens wie in ihrem Kreuzberger Garten mobil an. So könnten die Hochbeete jederzeit mit den jetzigen Bewohnern gemeinsam umziehen.

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Beim Interkulturellen Sommer- und Gartenfest in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne legten Mitarbeiterinnen der Kreuzberger Prinzessinnengärten einen mobilen Garten für Flüchtlinge und Nachbarn an. Foto: Uhde


Mit dem Auszug der Flüchtlinge und der ebenfalls auf dem Gelände untergebrachten Gewerbebetriebe wird allerdings nicht in naher Zukunft zu rechnen sein. Bevor die Anti-Terror-Einheit „Direktion 11" der Bundespolizei in die 1914-1918 erbaute und vor rund 80 Jahren durch zusätzliche Bauten erweiterte Kaserne einzieht, könnten noch bis zu drei Jahre ins Land gehen. Schneller wird es wohl mit dem geplanten Bau einer neuen Schießhalle auf dem Kasernengelände gehen. Baubeginn der Halle ist für Mai 2018 geplant. Voraussichtlich Mitte 2019 könnte sie in Betrieb genommen werden. Die neue Schießhalle ist als Ergänzung für das Einsatz-Trainingszentrum der Hauptzollämter Berlin und Potsdam geplant, das bereits im östlichen Areal des Kasernengeländes untergebracht ist. In der Halle könnten dann bis zu 530 Bedienstete ihr Schießtraining absolvieren. Die derzeit schon vom Zoll genutzten Gebäude des Zolls entlang der Wilhelmstraße sollen nach der Ergänzung durch eine Schießhalle auch von diesem Straßenzug aus durch eine eigene Zufahrt erschlossen werden.

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Heute nutzen zahlreiche Gewerbetriebe die einstigen Hallen in der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne. Auf dem einstigen Exerzierplatz stehen Traglufthallen, die nun abgerissen werden sollen. Foto: Uhde


Das Vorhaben des Bundes zur künftigen Nutzung der Schmidt-Knobelsdorf-Kaserne dürfte auch das Ende für anderweitige Planungen des Bezirks und des Senats bedeuten. Bei denen war die Rede davon, das Areal für ein Quartier für bis zu 1100 Wohnungen und Gewerbe zu nutzen. Der Spandauer SPD-Bundestagsabgeordnete Swen Scholz fordert als Ersatz dafür, nun das Bundesgelände an der Neuendorfer Straße nördlich des Vivantes-Krankenhauses in den Blick zu rücken. „Diese riesige, zentral und zum größten Teil brachliegende Fläche schreit nach einer Nutzung für Gesundheit, Bildung, Wissenschaft, Arbeit, Freizeit und Wohnen“, zeigt sich Schulz überzeugt. Er fordere Bezirk, Senat und Bund daher auf, sich endlich engagiert darum zu kümmern. ud

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