Spandau, News

Der Widerstand im Kiez wächst

MieterProtestFF

Augenscheinlich bedarf es eines gewissen Zynismus, um die Zustände als Mieter der „Deutschen Wohnen“ ertragen zu können. Foto: Uhde

Mieter klagen über die „Deutsche Wohnen“

Der Protest aus den Reihen der rund 3200 Mieter der Wohnungsbau-Gesellschaft „Deutsche Wohnen“ (DW) im Falkenhagener Feld wird immer lauter. Zur 2. Kiezversammlung unter dem Motto „Mieter wehren sich!" des Alternativen Mieter- und Verbraucherschutzbunds (AMV) kamen am 26. Januar rund 200 aufgebrachte Besucher ins Klubhaus Falkenhagener Feld. Wer auch diesmal keinen Vertreter entsandte, war die DW.


Erneut machten die Mieter ihrem Unmut über ihre Wohnsituation sowie die Verwaltungspraxis der DW, die im Falkenhagener Feld die Wohnungen der GSW übernommen hat, Luft. Weitere gut 50 Mieter unterzeichneten an diesem Abend eine Unterschriftensammlung, die der AMV Ende November gestartet hatte. Die Zahl der Unterzeichner wuchs damit auf mehr als 200. „Nach Ende der Unterschriftensammlung am 31. Januar, die wir noch einmal intensivieren wollen, werden wir im Februar mit Mietervertretern gemeinsam die Liste der DW in ihren Berliner Büroräumen übergeben“, kündigte AMV-Sprecher Marcel Eupen an. Auch wenn sich die DW davon möglicherweise wenig beeindrucken lasse, könne man mit dem Protestschreiben sicher die Aufmerksamkeit der Politiker steigern. „Und wenn Abgeordnete vielleicht beschließen, die DW zur Anhörung über die Probleme in den zuständigen Ausschuss im Abgeordnetenhaus vorzuladen, wird das die DW sicher nicht kalt lassen“, sagte Eupen. Schließlich sei die Wohnungsbau-Gesellschaft mit ihren allein in Berlin rund 110.000 Wohnungen eine Aktiengesellschaft. Und Aktionäre hätte zwar Interesse an einer Dividende, nicht aber daran, dass die Gesellschaft negative Schlagzeilen mache.
Summiert man die negativen Erfahrungen mit der DW, von denen zahlreiche Mieter bei der Kiezversammlung berichteten, dürfte dies auch den Aktionären kaum gefallen. Häufig gibt es Probleme mit den Heizkörpern in den DW-Wohnungen im Falkenhagener Feld. So berichtete ein Mieter vom wiederholten Ausfall seines Heizkörpers im Wohnzimmer seit 2015. Der verrostete Heizkörper sei schließlich ausgebaut worden. Danach stand er wochenlang im Wohnzimmer. Erst einer Fremdfirma gelang schließlich die Reparatur. Eigene Mitarbeiter der DW waren dazu nicht in der Lage. Immerhin habe die Gesellschaft seine Mietminderung akzeptiert. Andere Mieter nerven seit 2011 Klopfgeräusche eines Heizkörpers. Bis heute konnten die nicht abgestellt werden.
Zahlreiche Probleme gibt es offensichtlich auch mit undichten Fenstern sowie mit dem Zustand der Hausflure. Wie mehrere Mieter berichteten, werden Hausaufgänge oft über mehrere Wochen nicht gereinigt, Schnee wird nicht beseitigt, Klingelknöpfe und Lichtschalter sind vielfach defekt. Anrufe beim Call-Center der DW führten zu keinerlei Verbesserungen. Habe man nach manchmal erst einer Stunde endlich jemanden an der Leitung, bekäme man lediglich „freche Antworten“ oder werde „einfach hingehalten“.
Großen Unmut der Besucher erregte die Schilderung einer Rollstuhl-Fahrerin, die eine so genannte behindertengerechte Wohnung der DW gemietet hat. In der waren wochenlang die Automatik-Türen defekt. Seit rund einem Jahr klafft im Fußboden des Flurs ein Loch, rund 30 Zentimeter im Durchmesser und gut einen Zentimeter tief. Für die Rollstuhl-Fahrerin ist es unmöglich, an diesem Loch vorbeizufahren. Ihr Fazit: Service gibt es bei der DW überhaupt keinen. ud

Regionales Stadtjournal Falkensee + Spandau

Herausgeber:

Havelland Verlag GbR

Redaktion:

Bernhard von Schröder

Anzeigenannahme:

+49 3322 23 80 65

Henkelstr. 6
14612 Falkensee