Falkensee, News

Urlaub mit Hurricane Irma

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Eigentlich wollten sie nur Urlaub machen und Geburtstag feiern. Aber die Tage in Florida verliefen völlig anders als erwartet: Christin „Tini“ Claußen und ihr Ehemann Olli aus Falkensee gerieten mit ihren Freunden in ihrem Feriendomizil in Cape Coral/Fort Myers an der Westküste mitten hinein in den Hurricane „Irma“: Aus einem Sonnenurlaub wurde ein Survival-Camp... Für das Falkenseer Stadt-Journal haben sie einen Bericht zusammengestellt, den wir gekürzt wiedergeben:  

„Ab Dienstag (5.9.) gab es Schlangen an den Tankstellen, in den Supermärkten und in den Baumärkten!!! Ab Mittwoch (6.9.) gab es kein Sprit, kein Propan, kein Wasser, keine Generatoren oder sonstiges mehr. Sperrholzplatten waren ausverkauft. Der Flugverkehr in Fort Myers wurde eingeschränkt, die Stadt wurde immer leerer, auf den Highways Richtung Georgia bildeten sich Staus von 65 Stunden. Wo sollten wir als Touristen nun hin....?

In Notunterkünfte mit 2.000 panischen fremden Leuten? Nein! Wir entschieden uns, im Haus zu bleiben. Nun hieß es das Haus sicher zu machen. Wir vernagelten die Fenster und Türen bis auf zwei Fluchtwege. Wir sammelten Eis in Kühlboxen, falls der Strom ausfällt. Wir hatten Taschenlampen platziert, da Kerzen zu viel Sauerstoff ziehen würden und stockten den Vorrat an Brot und Aufschnitt auf. Wir tauschten mit anderen Leuten Propan gegen Sprit für den Generator.  Wir räumten Pflanzen, Schläuche, Töpfe, Gartenmöbel, etc. in die Garage. Wir befestigten Gartentore und  Hängelampen, füllten Wasser in die Badewanne, damit wir etwas zum Spülen für die Toilette haben, falls die Wasserzufuhr abbricht. 

 Am Samstagabend (9.9.)wurde es dann langsam zusehends windiger. Am Sonntag (10.9.) war es dann grau bedeckt und fing zu an zu stürmen. Das Wasser flog fast waagerecht an uns vorbei mit rund 200 Stundenkilometern. Palmen fielen wie Mikadostäbchen einfach um. Teile von Dächern, Zäunen etc. flogen vorbei. Dann funkten und krachten die Trafos an den Strommasten. Der Strom war weg. Ab dem Stromausfall saßen wir im vernagelten Haus. 

Wir beobachteten durch die einzig freie Scheibe das Geschehen draußen. Das Warten Stunde für Stunde macht einen wahnsinnig. Man kann nichts tun außer hoffen, bangen, warten, warten, warten. Stundenlange Angst und draußen die brüllende Irma...

Gegen Abend war das Zentrum von „Irma“ dann bei uns; wir hatten etwas Glück, dass es weiter nach Osten abdrehte und wir nicht zu 100 Prozent getroffen wurden. Erst jetzt  wurde es langsam ruhiger. Nachts haben wir den Generator in Betrieb genommen, damit der Kühlschrank und der Gefrierer wieder funktionieren und wir unsere Kommunikation zur Außenwelt über das Handy wieder aufladen konnten… Irma war zu diesem Zeitpunkt so groß wie ganz Deutschland.

Montag (11.9.) früh waren wir mehr als glücklich, dass es uns allen gut ging...“  Text und Fotos: Claußen

 Anmerkung der Redaktion: Bei Redaktionsschluss stand noch nicht fest, wie die Eheleute nach Falkensee zurückkommen, viele Flüge waren zu dem Zeitpunkt noch gestrichen – und das Air-Berlin-Insolvenz-Drama mit ausgefallenen Langstreckenflügen dauert parallel ja weiterhin noch an. bvs 

 

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Regionales Stadtjournal Falkensee + Spandau

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