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Grillverbot am Falkenhagener See

 

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Die ersten warmen Tage sind da und schon lockten Ausflugsziele wie der Falkenhagener See und sein kleinerer Nachbar zum Entspannen. Beide Sees sind frei zugänglich – und das nicht nur für Badegäste, sondern offenbar auch für Müllsünder. Immer wieder klagen Anwohner und Badegäste über eine Vermüllung der Bade- und Grillstellen am See. Jetzt will die Stadt das Grillen verbieten.

Anwohner berichten immer wieder von „ganzen Gruppen“, die an Wochenenden an dem Strand „einfallen“, die Grillmöglichkeiten „in Beschlag nehmen“ und ihre Holzkohle anfeuern. Das sollen vorwiegend ausländische Familien aus Berlin sein, sagen die Anwohner, „die kommen frühmorgens und gehen nachts.“ Danach, so wird erzählt, würden die Mülleimer überquellen und drum herum Abfall des “Grillspaßes“ liegen. „Wir haben Kadaver von 18 Tieren gefunden, die gegrillt worden sind. Darunter auch Hammelköpfe“, erzählt ein Mitarbeiter der Stadt.


Von solchen Grillfesten zeugen die Fotos von Detlef Bleck. Der Falkenseer hat an einem dieser Tage, am Sonnabend, 7. Mai, seine Kamera gezückt und fotografiert: Gefüllte, blaue Müllsäcke neben den Tonnen, ein verlassenes Grillrost, leere Brennspiritusflaschen, Grillanzünder, Holzkohle-Tüten, Plastikgeschirr, aber auch zwei Autobatterien und ein Behälter mit einer unbekannten Flüssigkeit… Ergebnis der jüngsten Sammelaktion von städtischen Mtiarbeitern. 


n den Falkensee-Gruppen auf Facebook dann sofort auch der Vorwurf an die Stadt. Dass sie dieses Chaos nicht beseitige, beziehungsweise nicht dafür sorge, dass es nicht wieder auftrete. In einer Umfrage verlangte die Mehrheit der Teilnehmer, dass die Stadt mehr Kontrollen initiieren solle und dass das Grillen am See grundsätzlich verboten werden müsse. Möglicherweise könne man das Gelände ja auch privatisieren und dann mit Eintrittsgeldern den Auftritt solcher „Grillgruppen“ verhindern. Auch der Einsatz von externen Sicherheitsunternehmen wurde vorgeschlagen. 


Die Stadt selber zeigte sich bislang  machtlos. Man könne kaum verstärkt kontrollieren, schon gar nicht am Wochenende, dafür fehle das Personal. 
Wobei die regelmäßigen zweistündigen Kontrollrunden, die Mitarbeiter des Ordnungsamtes dort drehen, das Müllpro- blem am See nicht lösen. Genauso wenig wie die aufgestellten Verbotsschilder. „Man muss Griller nämlich auf frischer Tat ertappen; wie sie abrücken und den Müll stehen lassen. Die Chancen dafür stehen annähernd bei Null.“, sagt Bürgermeister Heiko Müller. Hilfe von der Polizei könne man auch nicht erwarten: Die Personaldecke der Beamten lasse regelmäßige Streifen am See nicht zu. 


Auch wenn es wenig Möglichkeiten für die Stadt gibt, das Müllproblem zu lösen, gibt es doch Reaktionen im Rathaus: Bei einem Beratungsgespräch wurde beschlossen, das Grillen am Falkenhagener See grundsätzlich zu verbieten, nicht nur wegen des Müllaufkommens, sondern auch wegen der latenten Brandgefahr: „Wir haben dort fast den ganzen Sommer über Waldbrandgefahr“, erklärt der Bürgermeister. Zunächst sollen die bisherigen Verbotsschilder geändert werden.   
Damit das Grillverbot auch durchgesetzt werden kann, will die Stadt einen Wachschutz einstellen, der das Verbot ggf. mit Polizeiunterstützung durchsetzt. Müller: „Das was an dem langen Wochenende passiert ist, schadet der Stadt.“ bvs

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